Geheimratsecken

Bei vielen jungen Männern im Alter zwischen 20 und 30 Jahren weicht der Haaransatz an den Seiten der Stirn zurück, es entstehen die typsichen Geheimratsecken. Sie sind das häufigste Anzeichen für eine begonnene androgenetsiche Alopezie. Dieses Muster tritt überwiegend bei Männern und nur selten bei Frauen auf. Mit zunehmendem Alter weiten sich die kahlen Bereiche aus, bis schließlich nurnoch der Haarkranz übrig ist.

Ursachen

Grund für Geheimratsecken ist erblich/hormonell bedingter Haarausfall, dieser hat hauptsächlich drei Ursachen.

Die erste Ursache ist eine erblich bedingte Sensibilität der Haarfollikel gegenüber dem Hormon Dihydrotestosteron (DHT). DHT ist die aktive Form des männlichen Hormons Testosteron, doch auch Frauen zählen zu den Betroffenen. Der Hormonspiegel im Blut muss nicht zwingend erhöht sein, da es sich um eine Veranlagung zur Überempfindlichkeit handelt. Die Haarwuchszyklen werden immer weiter verkürzt, bis die Haarwurzeln schließlich verkümmern. Die Haare im Nacken und an den Seiten des Kopfes haben diese Empfindlichkeit nicht, sie bleiben auch bis ins Alter weitgehend erhalten.

Zweite Ursache sind Stress und Anspannung. Durch Verspannungen in der Kopfhautmuskulatur wird die Durchblutung und somit die Versorgung der Haarwurzeln gestört. Die feinen Blutgefäße in der Kopfhaut werden zusammengepresst, das Blut kann nicht mehr ungehindert fließen. Nährstoffe gelangen nicht mehr in ausreichendem Maße zu den Haarfollikeln und entstandenes DHT sammelt sich, die Haarwurzeln verkümmern. Als erstes Fallen die Haare dort aus, wo die Spannung am größten ist, an den Geheimratsecken. Begleiterscheinungen sind ein Kribbeln oder Brennen der Kopfhaut.

Als dritter Auslöser ist die Ernährung anzuführen. Sie wird in ihrer Wirkung als Verursacher meist unterschätzt. Bei einer ausgewogenen Ernährung wird der Körper mit allen notwendigen Nähstoffen versorgt. Viele Menschen achten jedoch nicht darauf, sich gesund zu Ernähren, und greifen aus Zeitgründen zu Junkfood und Fertiggerichten. Selbst wenn die Kophautmuskulatur entspannt und die Durchblutung ungestört ist, kann ein gesundes Haarwachstum nur dann gewährleistet werden, wenn der Körper auch alle notwendigen Nährstoffe und Spurenelemente erhält.

Dauer/Entwicklung

In den meisten Fällen entstehen Geheimratsecken im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Sie breiten sich mit der Zeit weiter aus und können später auch von der Bildung einer Tonsur begleitet werden. Der Haarausfall schreitet weiter fort und lässt in vielen Fällen nur den Haarkranz zurück.

Behandlung/Therapie

Zur Behandlung von androgenetischem Haarausfall werden verschiedene Medikamente und Mittel angeboten. Einige werden oral eingenommen, andere auf die Kopfhaut aufgetragen. Sie können den Haarverlust jedoch nur verlansamen oder in manchen Fällen stoppen. Die Wirkung beschränkt sich zudem hauptsächlich auf die hinteren zwei Drittel des Oberkopfes, also den Tonsurbereich.

Andere Behandlungen zielen darauf ab, die Ursachen zu beseitigen. Es gibt bereits eine große Auswahl an Nahrungsergänzungsmitteln speziell gegen Haarausfall, deren Wirkung jedoch nicht belegt ist. Um die Spannung in der Kopfhaut zu lösen und die Durchblutung zu fördern, wird die energiereiche Strahlung von Laser-Licht eingesetzt.

Kosmetsiche Lösungen

Geheimratsecken sind ein altbekanntes Problem, jedoch keines, gegen das nichts getan werden kann.

Haarersatz

Neue Produktlinien aus dem Haarersatz sind dank modernster Materialien vielseitig einsetzbar. Die Form kann individuell auf jeden Einsatzbereich zugeschnitten werden. Medizinische Hautkleber garantieren problemlose Verträglichkeit und sicheren Halt.

Spezielle Frisuren

Mit der Veränderung der Frisur können Geheimratsecken kaschiert werden. Es gibt sogar Friseure die sich auf die Frisurberatung bei Haarausfall spazielisiert haben.

Haartransplantation

Ebenfalls sehr populär ist die Haartransplantation. Dabei werden Haare aus verschiedenen Bereichen des Körpers entfernt und auf dem Kopf wieder eingepflanzt. Diese Methode der kosmetischen Behandlung ist sehr kostenintensiv und immer mit dem Aufwand eine Operation und ihren Risiken verbunden. Sie eignet sich auch nur bei wenigen anderen Arten des Haarausfalls und Erfolg ist nicht garantiert.